Mittwoch, 8. Juli 2015
Tag 20 03:58 - 03:59 (07.07.-08.07.)
Es ist recht ereignislos. Ich bringe meine Mitbewohnerin zur Arbeit und auf dem Heimweg höre ich laut Musik. Es überkommt mich, zu tanzen. Immer wieder tänzle ein paar Schritte und laufe dann wieder normal, durch den Park, über die Brücke. irgendwann ist der Drang derart stark, dass ich ihn nicht mehr unterdrücken kann und ich trainiere auf der Rheinbrucke. Stangen Übungen. Drehungen.

Irgendwann wird mir sehr schwindlig (nach nur 30 Minuten). Ich gebe auf und schwanke nach Hause. Das war zu heiß für Training ohne Wasser...

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Dienstag, 7. Juli 2015
Tag 19 03:57 - 03:58 (06.07.-07.07.)
Heute früh war mein Urin dunkelorange. Ich glaub, das muss eigentlich anders sein, oder?

Gewichtszunahme: 2 kg - ist ja auch klar, wenn man keinen Sport mehr macht und abends Schokolade und Kohlehydrate in sich reinstopft. Ergo: back to basics, es wird wieder Sport gemacht und auf Kohlehydrate verzichtet.

Und ab und zu wieder ein Schluck Wasser getrunken, die Sache mit den Nieren scheint noch nicht ganz ausgestanden zu sein. Meine Mitbewohnerin benötigt noch neue Schuhe aufgrund einer Verletzung am Fuß - da begegnet mir ein Freund aus Marokko. Er kommt auf mich zu und will mich umarmen ich rufe: "Spinnst du? Fass mich nicht an, es ist Ramadan!" Er dreht sich zu ihr um und meint: "Warum ist sie so streng?" Und sie grinst: "Das hat sie alles von dir" da lacht er herzlich und beteurt, das hätte ich sicher nicht von ihm. Nachdem ich meine Mitbewohnerin zur Arbeit gebracht habe, grüße ich ihre Kollegen und laufe wieder ganz langsam und gemütlich zurück zu besagtem Freund und wir gehen ein Stück miteinander.

Wir haben uns schon eine Weile nicht gesehen und er berichtet frei von der Leber weg, dass er nun verlobt ist. Ich bin baff - er kennt das Mädchen erst seit ein paar Monaten. "Ich bin Marokkaner, für mich gelten andere Regeln." Interessant. So einen will ich auch mal kennenlernen - in meinen dreißig Jahren habe ich es noch nicht zur Ehe geschafft, er macht das in 3 Monaten klar. Wahnsinn. Ich schweige, dann bitte ich ihn darum, meinen Blog zu teilen. Erneut die Frage, was ich damit bezwecke. "Weißt du - im Moment bin ich mir nicht sicher. Ich muss tagsüber ein wenig trinken, weil ich sonst Schmerzen habe - ich möchte aber, dass alle Menschen auf der Welt begreifen, dass es weder Rasse noch Religion gibt, die die Menschen trennen sollte, dass es allein Hetzkampagnen der Politiker und der Medien sind - aber ich stehe irgendwie allein. Ich will etwas erreichen, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich etwas erreiche - als würden die Meisten Augen und Ohren verschließen, wenn man versucht, ihnen die Wahrheit vorzusetzen." Er nickt und lacht. Ich habe noch keinen Menschen so viel lachen sehen, wie ihn, dann klopft er mir anerkennend auf die Schulter. Ich bitte ihn, meinen Blog zu teilen, damit mehr Menschen davon erfahren und ihn teilen und so weiter. Er sagt das zu - er ist Poet mit über 2000 Followern. Ich wünschte, ich hätte das auch.

Nach dem Iftar am Abend mache ich mich auf den Weg, meine Mitbewohnerin wieder abzuholen. Die Mädels schließen gerade die Terasse ab und ich helfe ihnen. "Wieso chillst du nicht, wenn du mal frei hast?" Ich zucke mit den Schultern - ich kann nicht zusehen, wenn andere arbeiten. Dann will ich helfen. Eine der Damen frotzelt, ich könne mir ein eigenes trinkgeld-Säckchen zulegen. Allerdings wird der Chef sicher wissen wollen, wer diese ominöse Tash ist. Sehr witzig. Wirklich. "Ziehst du das immer noch durch mit dem Ramadan?" Ich schwenke meinen Kopf hin und her und erzähle ihr von den Schwierigkeiten beim urinieren. Ich bin da ja schon vorbelastet - so etwas chronisch zu bekommen wäre ein Unding!

Der Marokkaner schreibt mir: "Also - ich werde ein paar Zeilen über dich schreiben. Wunder dich nicht, wenn dich dann alle heiraten wollen." Na geht doch. Man schreibe einen Blog, zerstöre seine Nieren und schon ist man verheiratet!

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Dienstag, 7. Juli 2015
Tag 18 03:57 - 03:58 (05.07.-06.07.)
Da die Schmerzen gestern wieder weniger waren, kann ich heute auch wieder weniger trinken. Ich habe keine Lust, aus dem Haus zu gehen und verfolge dagegen gespannt weiter die Panikmache um den Grexit. Er wäre wünschenswert für Griechenland - aus diversen Gründen, die ich jetzt hier ungern breittreten möchte.

Jeder Post von Tsipras bekommt ein like. Seid stark, schreibt er. Wir müssen zusammenhalten, geeint und stark in die Freiheit. Immer schön war es so, dass die linke Gruppierung diejenige war, die verachtet wurde, aber am vorausschauenden dachte. Rechts hat, meines Wissens nach, bereits zwei mal nicht funktioniert. Weder bei den Deutschen noch bei den Italienern. Die linke war immer die Partei der Intellektuellen. Kein Krieg, sondern Revolution. Gemeinsam sind wir das Volk.

Wer schon einmal 1001 nacht gelesen hat, weiß, dass es im arabischen Raum (anhand der Ortsangaben müsste das Syrien die Ecke gewesen sein) auch einmal so war, dass alle in Frieden miteinander gelebt habem. Alle Rassen, alle Religionen. Auch zu Babel war es so (bis der Turm brach).

Wir waren einmal alle eins, alle Einzeller, alle erschaffen aus Erde. Egal welcher Theorie man folgt - wir haben alles vergessen. Vergraben unter Gehirnwäsche und Mediale Manipulation. Vielleicht finden wir irgendwann zurück.

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